Wie wir bereits im Mai im Beitrag „Peaks of the Balkans in Covid 19 Pandemic“
beschrieben haben, beginnt der Reiseverkehr in der Region sich zu normalisieren. Verschiedene Einschränkungen werden aufgehoben, und obwohl sie jederzeit wieder eingeführt werden könnten, besteht die Hoffnung, dass wir uns in einer laufenden Rückkehr zur Normalität befinden. Dies eröffnet natürlich spannende Möglichkeiten für Outdoor-Abenteuer in den Balkanländern. Gleichzeitig wirft es die faszinierende Frage auf, ob wir nach Covid auf Zurückhaltung oder Begeisterung beim Reisen stoßen werden.
Diese Frage kann derzeit noch niemand mit Sicherheit beantworten. Dennoch ist sie interessant zu betrachten.
Argument für Zurückhaltung
Logisch betrachtet ist es leicht nachvollziehbar, dass manche Menschen zögern könnten zu reisen. Die Covid-Pandemie mag nachlassen, aber sie hinterlässt Ängste und Unsicherheiten. Manche fühlen sich vielleicht einfach nicht wohl dabei, wie früher in die Welt hinauszugehen.
Genau das zeigen einige Umfragen zu diesem Thema. Besonders Forbes
fand heraus, dass 41 % der Menschen weltweit erwarten, nach Covid 19 „auf jede Weise“ weniger zu reisen. Das zeigt, dass die Menschen nicht nur Angst vor Flugreisen oder überfüllten Städten haben, sondern allgemein unsicher sind, was das Reisen nach einer Pandemie betrifft.
Auf weniger wissenschaftlicher Ebene könnte auch ein Trend beobachtet werden, dass Reisen weniger Priorität erhält. Vor Kurzem führte Gala Spins
eine Umfrage unter 1.000 britischen Bewohnern durch, welche Dinge sie im Austausch gegen 1 Million Pfund aufgeben würden. 62 % gaben an, dass sie auf Auslandsreisen verzichten würden. Angesichts der hohen Summe ist das vielleicht nicht überraschend, aber da Reisen weltweit oft als Ziel oder Traum genannt wird, deutet dies darauf hin, dass sich Prioritäten verschieben könnten.
Argument für Begeisterung
Trotz dieser Hinweise gibt es Gründe zu glauben, dass die Begeisterung fürs Reisen bald wieder aufleben wird. Vor allem diejenigen, die anderthalb Jahre lang zu Hause geblieben sind, sehnen sich nach neuen Erfahrungen. Dies wird vermutlich dazu führen, dass einige Reisen wieder priorisieren.
Was Daten und aktuelle Hinweise betrifft, ist besonders vielversprechend, dass der globale Tourismus vor der Pandemie stark anstieg. The Guardian
berichtet, dass es 2018 1,4 Milliarden internationale Touristen gab — ein Anstieg von 6 % gegenüber 2017, und dies setzte einen exponentiellen Trend seit Ende des Zweiten Weltkriegs fort. Die Pandemie könnte diese Entwicklung umkehren, aber es ist schwer vorstellbar, dass wir nicht wieder Zahlen ähnlich der Vorjahre sehen werden.
Zudem deuten einige Analysen darauf hin, dass es mehr Urlaube geben wird, wie die Wanderungen und Abenteuer auf dem Balkan, die uns besonders am Herzen liegen. Laut EuroNews
werden monatelange Ausgangsbeschränkungen zu einem „universellen Hunger nach weiten offenen Räumen“ führen, und die Menschen werden nach Möglichkeiten suchen, Reiseziele langsamer zu genießen. Erste Belege dafür zeigen sich in den USA in den frühen Tagen nach den Lockdowns in staatlichen und Nationalparks. Wahrscheinlich wird sich Ähnliches auch auf dem Balkan zeigen.
Fazit
Globale Reisetrends nach Covid-19 lassen sich nicht genau vorhersagen. Die ehrlichste Einschätzung ist, dass sowohl Zurückhaltung als auch Begeisterung in den kommenden Monaten und Jahren denkbar sind. Realistisch gesehen wird der Wunsch zu reisen, die Natur zu genießen und echte Erfahrungen zu machen, die Menschen wieder zu den Gipfeln führen.